Glasvergütung mit Ammoniumsulfat
Grundsätzlich sollten Einflüsse, die das Glas der Primärverpackung auf die Stabilität von Medikamenten haben kann, nicht unterschätzt werden. Der entscheidende Einflussfaktor ist bei dem verwendeten Glas (Typ I) die hydrolytische Resistenz der Oberfläche, bemessen nach der Alkalität. Unter Bedingungen, die in gläsernen Applikationssystemen üblich sind, bleiben manche Arzneimittel trotz Verwendung von Glastyp I nicht lange genug stabil in Lösung und lassen sich daher nur als gefriergetrocknete Substanzen in Glasfläschchen vermarkten.
Ein spezifisches Vergütungsverfahren, das bei Gerresheimer Tubular Glass verwendet wird, bietet eine interessante Alternative. Damit erschließen sich die erheblichen Vorteile anwendungsfertiger Drug-Delivery-Konzepte auch für nicht oder schwach gepufferte Arzneimittellösungen sowie für Water for Injection (WFI). Eingesetzt wird dabei das sogenannte KG33-Glas, das aufgrund seiner speziellen Rohstoffbasis von vornherein einen gerin-geren Alkaligehalt aufweist. Die Vergütung dieses Glases mit Ammoniumsulfat schließlich resultiert in einer signifikanten Verbesserung der pH-Stabilität bei empfindlichen Arzneimittelzubereitungen sowie beim Einsatz vorgefüllter WFI-Systeme.
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