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„Das Richtige ist nicht immer das Einfache“

Ingenieure bei Gerresheimer: Palak Shah arbeitet seit 2010 als Ingenieurin für Gerresheimer Vineland in den USA

Düsseldorf/Vineland, 10. August 2015. Ingenieurinnen sind auf dem Vormarsch, besagt eine Studie aus 2014: Ihr Anteil an den erwerbstätigen Ingenieuren stieg in Deutschland im Vergleichszeitraum (2005 bis 2011) von 14,7 auf 16,6 Prozent*. Dennoch sind sie, gemessen an der Präsenz ihrer männlichen Kollegen, auch weltweit eher Mangelware. Aus diesem Grund möchte Gerresheimer Frauen Mut machen, in einem technischen Beruf zu arbeiten. Schon seit Jahren nehmen alle deutschen Werke am Girl’s Day teil, um ihr Ausbildungsangebot in attraktiven technischen Berufen auch jungen Frauen bekannt zu machen.

„Es mangelt an weiblichen Vorbildern“, sagt Thomas Perlitz, Global Senior Vice President HR bei Gerresheimer. „Dabei haben wir auf der ganzen Welt gute Ingenieurinnen bei Gerresheimer, die mit Leidenschaft in interessanten und verantwortungsvollen Funktionen arbeiten. Das brachte uns auf die Idee, den Karriereweg von Frau Shah in den USA zu schildern. Mit Ihrer Laufbahn ist sie ein Vorbild für Frauen in technischen Berufen.“

Palak Shah ist seit 2010 bei Gerresheimer und leitet heute das Engineering Specifications Department im nordamerikanischen Vineland. Sie ist 35 Jahre alt und wurde in der Provinz Gujarat in Indien geboren.

Früh zeigte sich Palaks Begabung für technische Zusammenhänge. Von einem Onkel lernte sie spielerisch neue Digitaluhren einzustellen und brachte es dabei auf eine erstaunliche Geschwindigkeit, wie dieser stolz mit der Stoppuhr feststellte. Da war Palak noch so klein, dass sie die angezeigte Zeit kaum aussprechen konnte. Später half sie ihrer Mutter in deren Möbelgeschäft und baute beispielsweise Stühle zusammen. Im Haushalt reparierte sie defekte Geräte.

Zu dieser Zeit, es waren die 1980er Jahre, war die Gleichberechtigung von Mädchen und Jungen in Indien ein großes Thema. Im Radio und im Fernsehen gab es regelmäßig Sendungen darüber und ihre Mutter ermutigte sie sehr, es den Jungen gleichzutun. Palak war mutig, entschlossen und begabt. Sie entschied sich, ihr Talent auszubauen und Ingenieurin zu werden.

2001 kam sie mit ihrem Bachelor-Abschluss für Mechanical Engineering for Research nach Nordamerika und erwarb an der Universität von Illinois ihren Mastertitel in Mechanical Engineering. Auf dem Energiesektor arbeitete sie einige Jahre im technischen Vertrieb  und später als Beraterin für die Pennsylvania Electric Company.

Für Gerresheimer ist Palak Shah seit fünf Jahren im nordameri-kanischen Vineland im Bundestaat New Jersey. Das Werk in Vineland produziert Röhrenglas für den amerikanischen Markt. Dieses wird zu großen Teilen im Werk in Forest Grove zu pharmazeutischen Fläschchen weiter verarbeitet.

Kurz nachdem sie ihre Arbeit bei Gerresheimer in 2010 aufgenommen hatte, stellte sie als Verfahrensingenieurin und Spezialistin für rechnerische  Strömungsmechanik ihrem künftigen Chef die Frage: „Wissen wir, welche Temperaturen an den Produktionslinien bei der Verarbeitung unserer Glasröhren zu Pharmafläschchen vorherrschen?“ Diese sehr wichtige Frage führte Palak zum Delaminationsprojekt von Gerresheimer. In diesem Projekt ging es darum, die Ursache zu ermitteln, warum sich in mit bestimmten Medikamenten befüllten Glasfläschchen Glaspartikel bilden können. Sie verbrachte einen Monat im Konvertierungswerk in Forest Grove und beschäftigte sich dort intensiv mit allen Details der Produktion.

Gerresheimer investierte drei Jahre Forschungsarbeit in das Thema Delamination mit der renommierten New Yorker Alfred University. Das Projektteam auf der Gerresheimer Seite bestand aus Carol Rea Flynn, Director of Technical Services für die Produktion von Röhrenglas in Vineland und Daniel McNerney, Leiter Engineering von TGCA (Tubular Glass Converting Americas) und aus Palak Shah.

Rund 9000 Proben wurden für diese Forschungsarbeit auf Herz und Nieren geprüft. Heute weiß man genau, dass Temperaturspitzen in der Fertigung der wichtigste Auslöser für die Delamination bei Vials aus Röhrenglas sind. Die neue Produktlinie der Gx ARMOR-Fläschchen ist für parenterale Lösungen mit aggressiven Wirkstoffen ausgelegt und speziell gegen Delamination gerüstet.

Palak Shah schätzt es, in kleineren Firmen zu arbeiten, wo jeder mehrere Aufgaben hat. Sie löst gerne die Probleme, mit denen kleinere Firmen konfrontiert sind: „Man muss das Richtige tun und nicht das Einfache“, sagt sie und erläutert, dass der bequemere Weg nicht immer auch der langfristig erfolgreichere ist.

Vor kurzem übernahm sie die Leitung des Engineering Specifications Departments, welches für die Standardisierung und die Digitalisierung von Prozessen und Produktionsabläufen verantwortlich ist. Diese neue Funktion empfindet Palak Shah für sich als beinahe maßgeschneidert. Es gibt eine Menge Herausforderungen und da viele Projekte ineinander greifen, muss auch vieles gleichzeitig passieren. Sie mag es, dass Gerresheimer ein international aufgestellter Konzern ist, aber dass man sich trotzdem noch untereinander kennt. Und sie ist stolz darauf zum Bereich Engineering von TGCA, Tubular Glass Converting Americas, zu gehören.

„Mein Chef, Dan McNerney, hat mir geholfen mein Potenzial zu entdecken. Er hat mir immer mehr zugetraut als ich mir selbst“, sagt Palak Shah und ergänzt, dass sie mit vielen bemerkenswerten Menschen zusammenarbeitet.

Palak Shah findet, dass es heute in Amerika für Frauen und Minderheiten kaum noch Hindernisse gibt. „Die Zeit ist da, um zu zeigen, was wir leisten können“, davon ist Palak überzeugt und sie selbst hat es schon bewiesen.

An Wochenenden steht sie gerne früh auf und arbeitet, bis ihre Familie ausgeschlafen hat. An einigen Tagen in der Woche trainiert  Palak Shah während ihrer Mittagspause im Fitness Center und kehrt danach erfrischt und voller Energie an ihren Arbeitsplatz zurück. Ihre Familie ist der Dreh- und Angelpunkt ihres Lebens und sie tut viel dafür, um Berufs- und Familienleben zu vereinbaren. „Mein Mann und ich versuchen so viel Hausarbeit wie möglich durch andere erledigen zu lassen. Wir verbringen stattdessen miteinander sehr viel „Quality Time“, wie man in Amerika sagt. Diese gehört dann meiner kleinen Tochter, meinem Mann und mir.“

*VDI 2014: Ingenieure auf einen Blick

Über Gerresheimer

Gerresheimer ist ein weltweit führender Partner der Pharma- und Healthcare-Industrie. Mit Spezialprodukten aus Glas und Kunststoff trägt das Unternehmen zu Gesundheit und Wohlbefinden bei. Gerresheimer ist weltweit vertreten und produziert mit seinen 11.000 Mitarbeitern dort, wo seine Kunden und Märkte sind. Mit über 40 Werken in Europa, Nord- und Süd-Amerika und Asien erwirtschaftet Gerresheimer einen Umsatz von mehr als 1,3 Milliarden Euro. Das breite Angebotsspektrum umfasst pharmazeutische Verpackungen sowie Produkte zur einfachen und sicheren Verabreichung von Medikamenten: Insulin-Pens, Inhalatoren, vorfüllbare Spritzen, Injektionsfläschchen, Ampullen, Flaschen und Behältnisse für flüssige und feste Medikamente mit Verschluss- und Sicherheitssystemen sowie Verpackungen für die Kosmetikindustrie.

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