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Technik verstehen und kommunizieren

Marian Ferlic-Eisermann über sein duales Studium bei Gerresheimer

Düsseldorf/Essen, 10. April 2017. Gerresheimer braucht viele gut ausgebildete und erfahrene Ingenieure, die wissen wie man Spezialverpackungen für die pharmazeutische Industrie produziert. Einer von ihnen ist Marian Ferlic-Eisermann. Er erzählt in diesem Interview, wie sich Theorie und Praxis in einem dualen Studium miteinander verbinden.

„In unseren Glashütten werden klassische Schmelztechniken und Formgebungsverfahren mit modernsten Technologien gepaart. Das fasziniert mich immer wieder;“ sagt Marian Ferlic-Eisermann. Ursprünglich wollte er nach dem Abitur Geographie oder Sprachen studieren, aber die Marktlage war so ungünstig, dass er sich nach reiflicher Überlegung anders entschied. Aufgrund seines technischen Interesses studierte er „Mechanical Engineering“, dabei handelt es sich um ein Maschinenbaustudium in englischer Sprache. Schon nach kurzer Zeit merkte er, dass der Studiengang nicht seinen Erwartungen an eine internationale Ausrichtung entsprach und brach ihn nach dem ersten Semester ab. Er suchte nach einem anderen Studienplatz, der mehr seinen Vorstellungen von einer technischen Ausbildung entsprach. „Das habe ich nicht dem Zufall überlassen, sondern habe mir die Angebote sehr genau angeschaut“. Er entschied sich für ein duales Studium bei Gerresheimer in Essen. „Man sagte mir, dass man explizit nach Bewerbern gesucht habe, die aufgrund ihrer Erfahrungen wissen, was zu ihnen passt“, berichtet Marian Ferlic-Eisermann. 2009 ging es los. Sein duales Studium dauerte drei Jahre. Die praktische Ausbildung fand bei Gerresheimer in Essen statt. Im Rhythmus von drei Monaten wechselten sich die praktischen Einsätze im Werk mit den Theoriephasen an der Dualen Hochschule Baden-Württemberg (DHBW) in Mosbach ab.

Das Gute am dualen Studium ist der Wechsel zwischen Theorie und Praxis. Während der praktischen Ausbildung durchlief er alle relevanten technischen Abteilungen des Werkes. Das erleichterte sowohl das Studium als auch den Arbeitsalltag erheblich. Zusätzlich zum Maschinenbaustudium nahm Marian Ferlic-Eisermann ab dem dritten Semester als Vertiefungsrichtung die Energieverfahrenstechnik hinzu. 2012 bestand er seinen Bachelorabschluss in Maschinenbau.
Während seiner ersten beiden Arbeitsjahre arbeitete er im Schichtbetrieb in der Glasproduktion und in der Sortierung der Glashütte in Essen. Heute ist er mit allen Arbeitsschritten vertraut. “Im Schichtdienst habe ich viel gelernt. Wer die Abläufe verstehen will, muss alles Mal gemacht haben: Die Halle gefegt, eine Maschine umgebaut und eine Schicht geleitet haben“, erzählt er über seinen beruflichen Einstieg, an den er gerne zurückdenkt. Er hat in den letzten Jahren als Produktionsingenieur, Energiemanagement-Beauftragter und in vielen verschiedenen Projekten bei Gerresheimer in Essen gearbeitet. Sein aktuelles Hauptaufgabengebiet ist das Qualitätsmanagement.

Fragen an Marian Ferlic-Eisermann über sein duales Studium und Marian Ferlic-Eisermann (l.) prüft mit einem Kollegen einen Glasbehälter. die Zeit danach:

Was ist besser an einem dualen Studium, wenn man es mit einem herkömmlichen Studium vergleicht?
Im normalen Studium fragt man sich während der ersten Semester oft: „Wofür brauche ich später die gelernten Inhalte?“ Im dualen Studium bekommt man die Antwort darauf schon in der ersten Praxisphase mit der Übernahme des ersten eigenen Projektes. Sicherlich kann man auch beim Uni-Studium Praktika machen. Aber es fehlt die kontinuierliche Verbindung zu einem Unternehmen mit allem, was dazu gehört: Kolleginnen und Kollegen, ein eigener Arbeitsplatz sowie die Feinheiten des beruflichen Umgangs mit Menschen, den man so an der Uni nicht vermittelt bekommt. All das hilft einem dualen Studenten, gut vernetzt aus dem Studium zu kommen. Natürlich muss durch die komprimierte Vorlesungs- und Klausurphase, verglichen mit einem Universitätsstudium, schneller und effizienter gelernt werden. Klassische Semesterferien gibt es nicht, denn in diesen werden die Praxisphasen absolviert. Selbstverständlich stehen einem dualen Studenten, wie jedem Arbeitnehmer, entsprechend viele Urlaubstage zur Verfügung.

Wie mussten Sie sich auf Ihre Prüfungen vorbereiten?
Überraschenderweise sehr intensiv, denn von der Schule war ich es nicht gewohnt, Unterrichtsstoff nacharbeiten zu müssen. Dadurch handelte ich mir auf der Hochschule anfangs viele Nachklausuren ein. Als ich aber begriffen hatte, wie ich mir einen Stoff am besten aneignen kann, gehörten Nachklausuren der Vergangenheit an.

Was begeistert Sie an Ihrer Aufgabe?
Ich bin jetzt neu im Qualitätswesen. Der Kontakt und die Kommunikation mit den Kunden sowie der Überblick über viele Dinge, die im Werk passieren und das Lösen der entstehenden Probleme machen wirklich Spaß. Hier muss oft entschieden werden, wie es jetzt weiter geht, denn oftmals drängt beim Kunden oder Kollegen die Zeit. Dann muss man nach bestem Wissen und Gewissen Vor- und Nachteile abwägen und eine Entscheidung treffen können, die man später fundiert begründen können sollte.

Was würden Sie künftigen Kollegen mit auf den Weg geben wollen?
Man fällt heute oft positiv damit auf, wenn man ein paar einfache Verhaltensregeln beherrscht. Beim Betreten eines Raumes sollte man als erstes grüßen. Erst beobachten und dann reden. Ehrlich sein, auch wenn mal etwas schlecht gelaufen ist. Und noch wichtiger ist es, authentisch zu sein. Eine eigene Persönlichkeit zu sein, die dem Chef auch mal widerspricht, wenn man eine andere Meinung hat. Das kann beeindrucken. Darüber hinaus sollte man seine Wortwahl trainieren, Fremdwörter verstehen und Fremdsprachen erlernen.

Wie wird die Glasproduktion der Zukunft aussehen?
Der Druck der ausländischen Konkurrenz wird stärker. Damit wir in Deutschland mithalten können, müssen wir uns noch mehr in Richtung Qualität und Flexibilität entwickeln. Zudem müssen langfristig Befeuerungskonzepte überdacht werden. Elektrischer Strom wird bei steigendem Anteil der erneuerbaren Energien am Strom-Mix eine größere Rolle spielen. Zudem müssen weiterhin viele Prozesse automatisiert werden. Bei steigendem Akademisierungsgrad sowie dem aktuellen demographischen Wandel in Deutschland wird es in Zukunft immer schwieriger werden, Mitarbeiter für einfache Aufgaben zu finden. Wer da nicht vorsorgt, könnte das Nachsehen haben.

Wie stellen Sie sich Ihre berufliche Zukunft vor?
Auf jeden Fall abwechslungsreich. Ansonsten möchte ich viel kommunizieren, Verantwortung übernehmen und mich dadurch auch persönlich weiterentwickeln. Das ist bei Gerresheimer erkannt worden, ohne, dass ich es ausgesprochen habe.

Duales Studium bei Gerresheimer

Über Gerresheimer

Gerresheimer ist ein weltweit führender Partner der Pharma- und Healthcare-Industrie. Mit Spezialprodukten aus Glas und Kunststoff trägt das Unternehmen zu Gesundheit und Wohlbefinden bei. Gerresheimer ist weltweit vertreten und produziert mit rund 10.000 Mitarbeitern dort, wo seine Kunden und Märkte sind. Mit Werken in Europa, Nord- und Südamerika und Asien erwirtschaftet Gerresheimer einen Umsatz von rund 1,4 Milliarden Euro. Das breite Angebotsspektrum umfasst phar-mazeutische Verpackungen sowie Produkte zur einfachen und sicheren Verabreichung von Medikamenten: Insulin-Pens, Inhalatoren, vorfüllbare Spritzen, Injektionsfläschchen, Ampullen, Flaschen und Behältnisse für flüssige und feste Medikamente mit Verschluss- und Sicherheitssystemen sowie Verpackungen für die Kosmetikindustrie.

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